Reiseziel der Extreme: Pai

Nun sind wir doch noch nach Pai gefahren. Wir wollten den "sagenumwobenen" Ort eigentlich auslassen und nach Weihnachten direkt Richtung Südosten weiter. Aber: Alle Nachtzüge mit Schlafwagen waren bis weit nach Neujahr ausgebucht und die Flüge irrwitzig teuer. Da uns ein freundlicher Schwabe in einem restaurant so vorgeschwärmt hatte und wir zufällig gerade den Reiseblog einer Familie mit allen Sehenswürdigkeiten dort - schon sorgfältig verzeichnet bei google maps - gelesen hatten, beschlossen wir: entweder wir bekommen spontan noch einen Nachtzug Richtung Süden nach Bangkok, oder wir fahren eben mit einem Kleinbus nach Norden. Unser Problem: Direkt am Bahnhof gab es tatsächlich noch freie Schlafabteile, wir freuten uns aber nun schon auf Pai.

Erstes. Extrem: Die Strecke. über 700 Kurven auf etwa 60 Kilometern durch die Berge bei Nacht. Mit einem selbsternannten Rennfahrer am Steuer eines tiefergelegten Toyota-Busses auf Ideallinie. Zum Aufwachen genehmigte er sich neben dem ein oder anderen Dosenkaffe gleich zu Beginn des Rennens ein Baustellenhütchen, als er innerhalb einer Baustellenabsperrung im Gegenverkehr überholte. Das pulte er dann einge Kilometer später unter dem Bus heraus. Spätestens da waren alle Insassen auch wieder wach. Und das war leider für Karl und Simone in den Bergen dann ein Problem, das wir mit vorsorglich bereitliegenden Plastiktütchen  dezent lösen konnten...

Das Zweite Extrem war die Überfüllung des kleinen Bergörtchens zum Jahreswechsel: Wir hatten nur bis zum 30. gebucht und uns keine weiteren Gedanken gemacht. Aber der Ort war voll und auf keinem Portal war noch eine Unterkunft mehr angezeigt. Mit einem Roller klapperte ich trotzdem kleine und größere Hostels ab. Aber bis zum 2. Januar war nichts zu machen.Also machte ich mich gedanklich schon auf eine direkte Rückfahrt nach Ching Mai gefasst. Als ich dann zu unserem Gelände zrück rollte, fuhr ich einfach weiter durch die Reisfelder und entdeckte auf dem Gelände einer ehemaligen Thai-Boxschule einen muffigen aber 8freien Raum. Tatsächlich bekamen wir letztendlich ein kleines Häuschen ganz für uns.

Also blieben wir bis zum 4. Januar in Pai und entdeckten vor allem die wunderschöne Umgebung in den Bergen, wenn sich der Morgennebel verzogen hatte: Chinese Village auf einem Hügel oberhalb der Stadt, den Pai Canyon im Abendlicht, die Memorial Bridge über den Pai und den weißen Buddha, von dem aus wir am Sylvesterabend unsere Thai Lantern in den Himmel steigen ließen.Beeindruckt waren wir besonders von einer langen Bambusbrücke und von einem Hiking-Trail zu einem Wasserfall, etwa 10 Kilometer hinter "unseren" Reisfeldern. Auf dem Weg durch den Dschungel durchquerten wir bestimmt 70 mal den kleinen Fluß - und Karl absolvierte die komplette Strecke barfüssig. Der Pfad war leider doch so schwierig, dass wir leider nicht alle zum Wasserfall gelangten. Ich habe dann die letzten Kilometer allein zurückgelegt und einige schöne Fotos gemacht.

Abends gibt es in Pai einen großen Nachtmarkt mit Läden, Garküchen und einigen skurrilen Typen zu bewundern. Es leben wohl noch immer einige westliche Aussteiger dauerhaft in dem Städtchen, das vermutlich außerhalb der absoluten Hochsaison tatsächlich sehr idyllisch ist...